Bessere Lebensläufe …

oder wie Sie verhindern, dass Ihr Lebenslauf Sie dequalifiziert.

Meine Mutter pfegte oft zu sagen:  “Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr”. Dieser Spruch ist mir noch allzu gut im Gedächtnis. Für Lebensläufe gilt dieses Sprichwort mehr denn je. Allerdings mit einer kleinen Ergänzung. “FALSCHE Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr” sollte als eine Art inoffizielles Motto beim Abfassen des Lebenslaufs gelten.

Worauf kommt es beim Lebenslauf an?

Das Bewerbungsportal Karriere.at versuchte diese Frage zu beantworten und startete vor einiger Zeit eine Umfrage. Man befragte 123 Personalverantwortliche nach den K.O.-Kriterien in einem Lebenslauf.

Wie Sie den/die Bewerber/in absolut verscheuchen…

Vor einigen Wochen schrieb ich anlässlich der Serie: “Wie Sie den Job garantiert nicht bekommen: Zeigen Sie Ihr Holz vor der Hütte”, die am 06.05.2015 um 10:47 von  Andrea Lehky (DiePresse.com) auf den Seiten der Karrierre-Presse gepostet wurde, eine kleine Replique. Vorallem weil ich zunächst schon sehr versucht den Artikel (dem ich über weite Strecken inhaltlich zustimme, mit der Einschränkung, dass es auch sehr auf die Branche ankommt in der man sich bewirbt – Stichwort: Piercings und Tätowierungen) auf meinem Weblog und über Twitter weiter zu verbreiten. Da fielen mir jedoch etliche meiner Bewerber/innen und Kund/innen ein, die von Begegnungen der dritten Art bei Bewerbungsgesprächen erzählten und ich entschloss mich die Gegenseite zu beleuchten. Hier also meine Liste der No-Go’s für Personaler/innen und Recruiter/innen – oder was Sie beachten müssen, wenn Sie einen besonders schlechten Eindruck auf die Bewerber/innen machen möchten:

(1) Lassen Sie die Bewerber/innen mehr als 15 Minuten ohne Angabe von Gründen und Entschuldigung warten. Begrüßen Sie die Bewerber/innen mit einem “Ah, da sind Sie ja!”.

(2) Gerade im Sommer beliebt: Während die Bewerber/innen sich in Schale geworfen haben und die Futterseide des Anzugs oder Kostüms schon an der Kleidung klebt,  ist es aus Kontrastgründen natürlich sehr ratsam, in Flip Flops und Bemuda aufzukreuzen.

(3) Natürlich empfiehlt es sich auch den/die Bewerber/in mit einem Kaffeebecher in der Hand zu begrüßen. Notfalls kann man den/die Bewerber/in damit anpatzen oder den Kaffee über die Unterlagen verschütten.

(4) Suchen Sie sich einen möglichst unbequemen Besprechungsraum –  am besten ein Durchgangszimmer – oder sorgen Sie dafür, dass möglichst viele Telefonate während des Bewerbungsgesprächs durchgestellt werden. Sie wollen ja dem oder der Bewerber/in vermitteln, dass Sie wichtige Dinge zu tun haben.

(5) Bieten Sie dem/der Bewerber/in einen Platz an, kramen Sie den Lebenslauf aus einem Stapel heraus und beginnen Sie damit  den Lebenslauf laut vorzulesen. Kommentieren Sie die einzelnen Positionen laut. Etwa mit “Ahja” oder “Oh weh!”

(6) Erzählen Sie umfangreich über die Firma, wie schwierig die Arbeit ist und wie furchtbar es bei Ihnen zu Hause ist. Lassen Sie kein gutes Haar an einer ehemaligen Firma für die der/die Bewerber/in arbeitete.

(7) Lassen Sie folgenden Satz fallen: “Sie bewerben sich als …., aber eigentlich suchen wir ein/e Mitarbeiter/in, der/die…..” (passendes bitte einsetzen)

Meine damalige Aufforderung “Sie halten diese Hinweise für übertrieben? Mag sein. Freue mich auf weitere “Verhaltensregeln” für Recruiter/innen.” wurde von Andrea Lehky gehört und sie revanchierte sich mit einer Serie just zum Thema. Einfach wunderbar. Vor allem deshalb, weil die von mir gemachten “Vorschläge” auch noch ergänzt wurden.

http://karrierenews.diepresse.com/home/karrieretrends/4744265/Wie-Sie-Ihre-Bewerber-garantiert-vergraulen_13-AntiTipps-fur?_vl_backlink=/home/karrieretrends/index.do

Den ursprünglichen Artikel von Andrea Lehky finden Sie übrigens unter diesem Link: http://karrierenews.diepresse.com/home/bewerbungstipps/bewerbung/4724942/Wie-Sie-den-Job-garantiert-nicht-bekommen_Zeigen-Sie-Ihr-Holz-vor?from=rss&utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter