Ein Angestelltenverhältnis soll auch noch Spaß machen…

Ende des Jahres: Zeit Rück- und Ausblicke zu halten. Das Meinungsforschungsinstitut INTEGRAL veröffentlichte eine Umfrage zum Thema: “Lieber selbständig oder doch besser in einem Angestelltenverhältnis?”. Das Votum auf diese Frage fiel ziemlich eindeutig aus. Die Österreicher/innen bevorzugen das Angestelltenverhältnis. Lediglich um die 20 Prozent der Befragten wollen selbständig arbeiten. Männer sind etwas risikofreudiger als Frauen. Immerhin würde jeder vierte Mann den Sprung in die Selbständigkeit wagen, während nur 13 Prozent der weiblichen Befragten das Risiko eingehen würden. Die Altersgruppe, die am ehesten zur Selbständigkeit tendiert, sind die 50 bis 59-Jährigen. Dies verleitet zur Hypothese, dass gerade diese Altersgruppe genug Berufserfahrung und Sicherheit  gesammelt hat, um den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Es handelt sich vielleicht auch um jene Altersgruppe, in der viele Menschen die Flucht nach vorne ergreifen wollen/müssen, um einer (drohenden) Arbeitslosigkeit zu entkommen. Aber das ist nur eine Hypothese, die von der Umfrage weder bestätigt noch widerlegt wird.

Hauptsache Spaß?

Auch das Thema “Arbeitsmotivation” (“Wie sieht die ideale Arbeit aus?”) wurde vom Meinungsforschungsinstitut abgefragt. Anders als wahrscheinlich von vielen vermutet, ist das Gehalt nicht entscheidend für den”idealen” Job. Viele Österreicher/innen bevorzugen in erster Linie eine Tätigkeit, “die Spaß macht”. Leider wird der Spaßfaktor nicht genauer definiert. Das “gute Betriebsklima” und die “gute Bezahlung” folgen direkt auf den Plätzen 2 und 3. Dies deckt sich auch mit den Erfahrungen, die ich in meinen Workshops mache. Das Betriebsklima, der Spaßfaktor und ausreichend Kohle werden immer wieder von meinen Teilnehmer/innen genannt, wenn es um die Rahmenbedingungen in den Jobs geht. Bei Männern habe ich das Gefühl, dass das Gehalt eine Spur wichtiger ist, was auch von der Studie bestätigt wird. Männer bevorzugen auch eine planbare Karriere. Sie arbeiten lieber in renommierten Unternehmen.

Es ist natürlich auch ein Trend der Zeit, dass gerade jüngere Menschen flexible Arbeitszeiten und das Arbeiten von Zuhause aus eher schätzen.


Link zur Studie vom INTEGRAL

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Die Österreicher/innen und die Freizeit

Integral-Umfage zum Thema Freizeit kommt zu spannenden Ergebnissen.

Was verbinden die Arbeitnehmer/innen in Österreich mit dem Begriff „Freizeit“? Welchen Stellenwert hat (Lohn)Arbeit für die meisten Menschen? Würden österreichische Arbeitnehmer/innen lieber mehr Freizeit oder mehr Geld am Ende des Tages haben? Als passionierter Teilhaber an Integral-Umfragen wurden mir diese Fragen auch gestellt. Die Ergebnisse liegen nun auf dem Tisch.

Das wichtigste Ergebnis der Umfrage: Zwei Drittel der befragten Teilnehmer/innen würden sich für weitere Urlaubstage oder eine geringere Wochenarbeitszeit entscheiden, wenn sie die Wahl zwischen mehr Freizeit und höherem Gehalt hätten. Dies ergab eine “Integral-Umfrage” im Frühjahr 2016, die unter 2.345 Personen durchgeführt wurde. Die Ergebnisse decken die arbeitende Bevölkerung in Österreich im Alter zwischen 14 und  69 Jahren ab

Quelle: www.orf.at

Freizeit bedeutet Ausspannen und Zeit für das soziale Umfeld

Drei von vier Befragten verbinden den Begriff “Freizeit” mit “Ausspannen und Erholen”; fast so viele mit Familie und Partner. Generell scheinen es die Teilnehmer/innen an der Studie in ihrer Freizeit eher – entspannt und gesellig – anzugehen. Laut Aussendung seien “Genießen, Wohlfühlen und Freunde” die genannten Stichwörter auf den Plätzen drei bis fünf. Was vielleicht die Leser/innen der Studie weniger verwundert: Action und Spannung würden in deutlich geringerem Maße mit dem Begriff Freizeit assoziiert. Aber auch hinsichtlich “Neues Entdecken”, “Spontaneität und Kreativität” seien die Menschen in Österreich eher zurückhaltend.

Differenzieren müsse man natürlich auch nach Altersgruppen. Laut Umfrage verbinden 14- bis 19-Jährige Freizeit in deutlich stärkerem Maße mit den Begriffen “Freunde, Unterhaltung, Spontanität, Experimentieren, Spannung und Tempo”. Für 30 bis 49-Jährige seien die Familie bzw. die Partner/innen klar an erster Stelle. Dies überrascht nicht, denn offensichtlich ist es noch immer so, dass mit zunehmendem Alter Familie wichtiger wird – wohl auch – weil man selbst Kinder hat. Auch wenig überraschend: Für Berufstätige hat Ausspannen und Erholen einen höheren Stellenwert als für Personen, die keiner beruflichen Beschäftigung nachgehen.

Was ist wichtiger: Arbeit oder Freizeit?

Auch wenn beim Betreten der Arbeitsstelle zu Wochenbeginn ein anderer Eindruck enstehen mag: Für zwei Drittel der Befragten stellt Arbeit einen wichtigen Bestandteil des Lebens dar – ebenso wie die Freizeit. Etwa 3 von 10 Menschen betrachteten Arbeit allerdings als “notwendiges Übel”. Dieser Wert generierte zumindest bei mir einen gewissen Aha-Effekt. Mit anderen Worten 7 von 10 Befragten betrachten Lohnarbeit als vollkommen “normal”, allerdings bedeute dies nicht, dass die Österreicher/innen zum Großteil Workaholics seien. Nur eine Minderheit sei mit der Arbeit verheiratet.

Allerdings seien auch hier die alterspezifischen Unterschiede sehr deutlich. Die unter 40-Jährigen sähen Arbeit in deutlich stärkerem Maße als “notwendiges Übel”, während die über 40-Jährigen Arbeit und Freizeit überdurchschnittlich häufig als selbstverständliche Teile des Lebens betrachteten. Hier scheint sich also ein Einstellungswechsel bei der sogenannten Generation X und Y zu manifestieren.

Mehr Geld oder mehr Freizeit?

Dies verdeutlicht auch folgender Punkt. Vor die Wahl zwischen mehr Freizeit oder mehr Gehalt gestellt, gäbe es eine Tendenz in Richtung mehr Freizeit. Aber auch hier gibt es einen “Generationenknick”. “Bemerkenswert ist, dass die unter 30jährigen” (also jene, die wir Generation Y nennen: Anm. the) “in einem deutlich stärkeren Ausmaß für mehr Freizeit votieren, während 60-69-Jährige überdurchschnittlich häufig zusätzliche Freizeit ablehnen. Hier zeigt sich erneut, wie sehr sich die Einstellung der unter 30jährigen zu Arbeit und Freizeit von der älteren Generation unterscheidet.”

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Weniger Unternehmensweiterbildungen geplant

IIR präsentiert sich als Premium-Konferenz- und Seminaranbieter. 2015 erstellte das seit den 90er Jahren operative Unternehmen den sogenannten WEBI, den Weiterbilungsindex. Ende Jänner 2016 erfolgte der neue WEBI mit deutlichen Aussagen.

IIR befragte Unternehmen aller Größenordnungen. 2016 wurden laut Studie 242 Personen befragt. Folgende Fragen wurden gestellt:

1) Welchen Stellenwert hat berufliche Aus- und Weiterbildung in Ihrem Unternehmen?
Die Antwortmöglichkeiten sind: “Sehr wichtig”, “Eher wichtig”, “Weniger wichtig”, “Unwichtig” und “Keine Angabe”.
2) Wie viele Weiterbildungsveranstaltungen planen Sie 2016 zu besuchen?
3) Wie verändert sich Ihr persönliches Bildungsbudget im nächsten Jahr? Die Antwortmöglichkeiten sind „Wird mehr“, „Bleibt gleich“, „Wird weniger“, „Weiß ich nicht“ und „Keine Angabe“

Überraschende Ergebnisse

Die Ergebnisse sind doch einigermaßen überraschend: Im vergangen Jahr 2015 gaben noch 37 % der Befragten an, im folgenden Jahr mehr als drei Weiterbildungen zu besuchen. Im Jahr 2016 sank die Anzahl jener, die mehrere Weiterbildungen besuchen würden deutlich. Gerade einmal 19 Prozent der Umfrageteilnehmer/innen möchten im laufenden Jahr mindestens vier Weiterbildungen besuchen. Damit halbiert sich das Ergebnis von 2015. Natürlich kann man sagen, dass vier oder mehr Fortbildungen in einem Jahr eine stolze Zahl ist. Aber der Rückgang um gut 18 Prozent ist doch ein deutliches Zeichen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Befragten 2016 überhaupt keine Weiterbildungen besuchen würden. Die Mehrheit der interviewten Personen hält ein bis drei Seminar- oder Konferenzbesuche für umsetzbar.
Weniger Weiterbildungen oder Konferenzen zu besuchen, impliziere jedoch nicht, dass die Unternehmen weniger Geld für diese Form der Veranstaltungen ausgeben würden. Die Budgets würden in etwa gleich bleiben. Interessant ist auch die Frage nach dem Stellenwert von Weiterbildung in den Unternehmen. Dieser scheint sehr eng mit der Größe von Betrieben zusammen zu hängen. Die Befragung ergab, dass in Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter/innen 47 Prozent der Befragten berufliche Weiterbildung als wichtiges Gut ansehen würden. Bei Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeiter/innen waren es sogar 53 Prozent. Interessant ist, dass Unternehmen die mehr als 10, jedoch weniger als 250 Mitarbeiter/innen beschäftigen, berufliche Aus- und Weiterbildung deutlich weniger wichtig einstufen.

Gewünschte Themen und Ausrichtung

Als wichtigstes Kriterium für die Qualität der Weiterbildungen gaben 81 Prozent der Befragten den Praxisbezug an, während immerhin noch 60 Prozent der Befragten die Aktualität des Stoffes als wichtiges Merkmal ansahen. Auf Platz 3 folgte die “Fachliche Tiefe” des Stoffes mit 54 Prozent. Allerdings geht aus den Antworten leider nicht hervor, welche Inhalte besonders wichtig seien. Dieses Thema wurde in einer separaten Fragestellung behandelt. Das Ergebnis ist wenig überraschend. Den Befragten sind Praxisthemen absolut wichtig. Mit anderen Worten: die Befragten wünschen sich Fachthemen mit Bezug zur täglichen Arbeit. 84 Prozent der Interviewteilnehmer/innen wünschen sich Ausbildungen in ihrem jeweiligen Fachgebiet. Die Persönlichkeitsentwicklungsthemen landen auf dem zweiten Platz (allerdings nur mit 35 Prozent). Interessant sind auch die Merkmale, die die Vortragenden mitbringen sollen. Expertenwissen und die Verankerung in der Praxis erreichen Topwerte, während didaktische Kompetenz oder gar Unterhaltung als (deutlich) weniger wichtig angesehen werden. Die Ausbildung des Vortragenden spielt nur für 3 Prozent eine Rolle.

Zusammenfassung

Nimmt man die Ergebnisse des WEBI ernst, so zeigt sich, dass im Bereich beruflicher Aus- und Weiterbildung Klasse vor Masse steht. Der Praxisbezug steht eindeutig im Vordergrund und die Unternehmen wünschen sich deutlich weniger persönlichkeitsbezogene Themen. Man könnte also auch überspitzt formulieren, dass die Zeit der Wald- und Wiesenthemen in der beruflichen Weiterbildung immer weniger Platz findet.

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SORA Studie: ein Drittel der Beschäftigten arbeitet mehr als 40 Stunden

Während in bestimmten Branchen Teilzeitarbeit zunimmt, arbeiten auf der anderen Seite viele ArbeitnehmerInnen in Österreich regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche. Dies gibt das SORA Institut im Rahmen einer Sonderauswertung des Österreichische Arbeitsklima Index bekannt. 34% der Vollzeitbeschäftigten geben zu, dass sie eine überdurchschnittliche Arbeitswoche haben. Dies bedeutet, dass für 34 Prozent Überstunden an der Tagesordnung stehen. Dies hat jedoch nicht nur Auswirkungen arbeitsrechtlicher resp. kollektivvertraglicher Natur.

Das Institut kommt zum Schluss, dass lange Arbeitszeiten  direkte Auswirkungen auf die Arbeitnehmer/innen haben – und dies in unterschiedlichen Bereichen. Beschäftigte, die regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, sind unzufriedener mit ihrer Arbeitszeitregelung, können Berufs- und Privatleben schlechter vereinbaren und klagen häufiger über Belastungen – sowohl psychische als auch physische. 38 Prozent der Beschäftigten mit häufigen Überstunden klagen über dauerhaften Arbeitsdruck, jede/jeder Fünfte gibt an, darüber hinaus auch durch Arbeit in der Freizeit belastet zu sein.

Geregelte Arbeitszeiten entsprechen Arbeitnehmer/innenwunsch

Auf die Frage, welche Arbeitszeitregelung sie gerne hätten, sagt rund die Hälfte der Beschäftigten, dass sie fixe Arbeitszeiten bevorzugen. 23 Prozent wünschen sich eine Gleitzeitregelung, nur 8 Prozent einen Schicht- oder Turnusdienst.

Mehr Infos unter: SORA

Auch der Arbeitsklimaindex gibt wertvolle Aufschlüsse: Arbeitsklima

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