Der Wiener Arbeitsmarkt 2016 – ein Ausblick

schild_arbeitsmarktDas Jahr 2015 war für den Wiener Arbeitsmarkt ereignisreich. Die Zielpunktpleite und ständig steigende Arbeitslosenzahlen waren dicke Pinselstriche auf einem düsteren Bild. Die Wirtschaftsforscher/innen zeichnen für 2016 in hoffnungsvollem Pastell und hoffen, dass eine gewisse Wirtschaftserholung sich positiv auf den Arbeitsmarkt  auswirkt. Im Mai 2015 schien das Bild noch wesentlich düsterer. AMS-Chef Johannes Kopf sprach damals sogar davon, dass österreichweit im Jänner 2016 mit 500.000 Arbeitslosen zu rechnen sei, wobei natürlich ein großer Teil auf Wien entfällen würde.

Der Wiener Arbeitsmarkt – kurz skizziert

Wien ist mit 23% aller unselbständigen Beschäftigungsverhältnisse die “größte Leinwand” auf dem österreichischen Arbeitsmarkt. Wien ist auch weiterhin ein attraktiver Arbeitsort für rund 250.000 EinpendlerInnen aus den umliegenden Bundesländern. Zusammengefasst:  Wien ist also DER Jobmotor Österreichs.

Besonderheiten und Herausforderungen

Seit einigen Jahren – und diese Entwicklung hält mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch 2016 nach wie vor an – wird der Wiener Arbeitsmarkt durch eine, auf den ersten Blick, paradoxen  Entwicklung charakterisiert: Einer steigenden Beschäftigung steht eine ebenso steigende Arbeitslosigkeit gegenüber.

Leider liegen nach für 2015 keine definitiven Zahlen vor. So hatte Wien auch im vergangenen Jahr einen Anstieg des Arbeitskräftepotenzials zu verzeichnen, und zwar um 2,2%. Bis zum Dezember 2014 stieg die Beschäftigung in Wien auf insgesamt 795.979 Beschäftigte (fast 50% davon Frauen). Das war ein Zuwachs von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr (2013). Trotz der steigenden Beschäftigung war aber das Wirtschaftswachstum (+ 0,7 %) zu gering, um das größer werdende Arbeitskräftepotenzial am Arbeitsmarkt aufzunehmen.  Deshalb gab es auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. Im Jahresschnitt 2014 waren 101.404 Personen arbeitslos, das sind gegenüber dem Jahr davor + 14.174 Personen (+ 15,7%). Wesentlicher Aspekt dabei: Mehr als die Hälfte der Wiener Arbeitslosen hat maximal Pflichtschulabschluss. Bei jenen Wienerinnen und Wienern, die keinen höheren Abschluss haben als den einer Pflichtschule, liegt die Arbeitslosenquote heute bei 32,1 Prozent, bei Menschen mit Lehrabschluss liegt sie nur noch bei 9,8 Prozent. Für 2015 wird die Situation sich ähnlich darstellen.

Eine aktuelle Studie (Alteneder & Frick, 2015) wirft einen Blick bis ins Jahr 2019. Laut dieser Studie verzeichnet Wien bis 2019 sowohl den stärksten absoluten (+33.600) als auch relativen (+4,3%) Beschäftigungszuwachs im ganzen Land und liegt somit klar über dem Österreichschnitt (+3,9%). Der hohe Beschäftigungszuwachs in Wien liegt im anhaltenden starken Bevölkerungswachstum und der Attraktivität als urbaner Raum mit Dienstleistungszentrum. Natürlich ist Wien auch ein Anziehungspunkt für Arbeitskräfte aus den Bundesländern und dem Ausland. Trotz dieser vermeintlichen Attraktivität fällt laut derselben Studie die Arbeitslosigkeit bis ins Jahr 2019 in der Region Ost (Wien, Niederösterreich und Burgenland) österreichweit am heftigsten aus. Allerdings ist die drastische Erhöhung der Arbeitslosigkeit in Wien auch auf den Rückgang der Schulungen zurück zu führen. Dieser Effekt wird uns sicherlich auch 2016 noch beschäftigen. Die Gruppen mit den höchsten Arbeitslosenzugängen sind bsi 2019 Menschen im Alter von 30-40 (für Wien), Arbeitssuchende, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Aber auch Akademiker/innen werden relativ gesehen sehr starke Zuwächse haben.

Die aktuellen Wirtschaftsprognosen verdeutlichen die Problematik: In Wien wird die Beschäftigung bis 2016 zwar weiter wachsen. Der Großteil fällt dabei allerdings auf wissenschaftliche Berufe im Bereich Technik und Naturwissenschaften sowie auf qualifizierte Gesundheitsberufe. Im „Dienstleistungs-Bundesland“ Wien wird es kaum zusätzliche Nachfrage nach Personen mit maximal Pflichtschulabschluss geben. Gering qualifizierte ArbeitnehmerInnen werden es also in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt noch schwerer haben. Insgesamt rechnen Alteneder & Frick (2015) mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Wien um weitere 15 Prozent (österreichischer Schnitt 9%), was in absoluten Zahlen ein Plus von 17.500 Personen ist. (Ausblick bis 2019)

Update: Laut einer Publikation des AMS “Der österreichische Arbeitsmarkt im Jahr 2016 – Eine Vorschau Arbeitslosigkeit in Wien 2016″ wird die Arbeitslosigkeit in Wien voraussichtlich ein Plus von 13.000 Menschen haben.

 

ams grafikDas Diktum bleibt also: Die Zahlen steigen, wenn auch vielleicht nicht ganz so stark wie befürchtet, obwohl die Zahl der meldeten Stellen deutlich gestiegen sei. Im Dezember 2015 habe das AMS 21 Prozent mehr Stellen im Gesamtbestand gehabt als ein Jahr zuvor (=12/2014). Allerdings sagt dies nichts über das Matching aus (Kandidat/innen, die tatsächlich auf die Stellen passen) noch etwas über die Qualität der Stellen aus (Vollzeitäquivalent etc.).

Beschäftigung nach Branchen

Klassischen Zuwachs gibt es österreichweit in der Dienstleistung. Es sind die üblichen Verdächtigen, die wachsen: Gesundheit- und Soziales, Verwaltung, Hotel und Gastronomie. Aber auch die Kommunikationsbranche ist positiv. Allerdings ist sich die Studie sicher, dass es kein Plus an Arbeitsstunden geben wird. Dies bedeutet, dass es zwar mehr Jobs geben wird, diese jedoch vorwiegend in Teilzeit ausgeschrieben werden. (Alteneder & Frick, 2015). Die Branchen, die am Abklingen sind, kommen aus den fast schon klassischen Bereichen Produktion und Bau. Auch der Banken- und Finanzbereich wird schrumpfen. Die Ankündigungen rund um die Bank Austria sind da nur ein weiteres Indiz für diese Aussage. Insgesamt geben die Studienautor/innen für Wien ein Plus von 5.100 Jobs in Wien an. In Niederösterreich kämen noch 4.800 dazu. Diese Zahlen scheinen niedrig. Dahinter versteckt sich eine irrsinnige Dynamik. In Österreich herrscht ein verhältnismäßig wenig mobiler, aber dafür sehr flexibler Arbeitsmarkt. Laut Alteneder & Frick wird jedes zweite Dienstverhältnis innerhalb eines Jahres aufgelöst. Außerdem ist die Beschäftigung in Wien bereits auf einem sehr hohen Niveau. Gut eine 3/4-Million Menschen stehen in Wien in Beschäftigung.

Arbeitsmarktbarometer von Manpower

Eine zeitnah erstellte Prognose ist der Manpower Arbeitsmarktbarometer. Dies sieht für das erste Quartal 2016 ebenfalls einen Beschäftigungsanstieg an: “Ein leichter Trend zu Neueinstellungen zeigt sich in Wien. Es wird für das 1. Quartal 2016 ein Beschäftigungsausblick von +3% erwartet. Gegenüber dem vergangenen Quartal erhöhen sich die Jobchancen in Österreichs Bundeshauptstadt um 2 Prozentpunkte und bleiben im Jahresvergleich relativ stabil.” Zehn Branchen wurden befragt. Österreichweit sind folgende Branchen die absoluten Gewinner. In diesen “Sektoren”, wie es die Studie nennt, wird es zu einem Beschäftigungsplus im Vergleich zum letzten Quartal 2015 kommen. An erster Stelle liegen Gastronomie und Hotellerie mit einem Plus von 18 Prozentpunkten. Aber auch die Energieversorgung rechnet mit einem Plus von 9  Prozentpunkten und auch im Bereich Finanzwesen und Dienstleistungen werden um 5 Prozentpunkte mehr Personal eingestellt. Dies widerspricht ein wenig den Zahlen von Alteneder & Frick – allerdings umfasst der “Sektor” Finanzwesen auch Dienstleistungen.  Außerdem sei vermerkt, dass sich die Zahlen von Manpower auf ganz Österreich beziehen. Die Verlierer sind der Handel (was nach dem Weihnachtsgeschäft klar ist), der Bau mit einem Minus und die Güterproduktion ebenfalls mit einem Minus. Dies trifft sich auch mit den Angaben, die das AMS für 12/2015 machte: “Nach wichtigen Branchen betrachtet, lag der Zuwachs der Arbeitslosigkeit im Bau bei 6,1 Prozent, in der Warenproduktion bei 8,1 Prozent, im Einzelhandel bei 10,9 Prozent und in Hotellerie und Gastronomie bei 15,5 Prozent.”  Ausreißer ist jedoch die Gastronomie, die von Manpower als positive Branche für 2016 gesehen wird.

Welche Maßnahmen werden gesetzt um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen?

Um der Arbeitslosigkeit von wenig Qualifizierten etwas entgegenzusetzen beginnt mit dem Schuljahr 2016/2017 die Ausbildungspflicht bis 18. Jede/r Jugendliche nach der Pflichtschule soll verpflichtend eine weiterführende Bildung oder Ausbildung besuchen. Diese Ausbildungspflicht ist laut Sozialministerium notwendig um der steigenden Arbeitslosigkeit besonders im Bereich der gering qualifizierten Arbeiter/innen entgegen zu wirken.

 Auch soll die Steuerreform und die vermehrten Ausgaben in der Flüchtlingspolitik zu einem Wachstum von ca. 1,6 respektive 1,7 Prozent ausmachen. Darüber sind sich WIFO und IHS einig (Artikel: Der Standard). Allerdings steht dieses Wachstum auf wackligen Füßen. (1) “Das Wirtschaftswachstum wird leicht ansteigen durch die Flüchtlinge – allerdings auch finanziert aus öffentlichen Geldern. Das kommt nicht aus der Wertschöpfung, sondern aus Steuern und Abgaben.” (Quelle: Finanzminister Schelling in einem Interview) (2) Durch den Zuzug vieler Menschen wird der vermeintliche Effekt des Wirtschaftswachstums wieder aufgefressen. Johannes Kopf sprach als AMS Vorstand sogar von einem Bedarf von 3,5 Prozent Wachstum um diesen Effekt aufzufangen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. (Zitat: “Die alte Formel, dass ab zwei Prozent Wachstum die Arbeitslosigkeit sinkt, ist in der aktuellen Situation Unsinn. Momentan würden wir ein Wachstum von 3,5 Prozent brauchen, damit die Arbeitslosigkeit sinkt – das ist utopisch.” Quelle: Die Zeit). Generell wird von der u.s.-amerikanischen Ratingagentur Moody’s ein Wachstum von 1,2 Prozent für Österreich vorausgesagt. “Die Ratingagentur Moody’s erwartet weiterhin eine gedämpfte Entwicklung des Wirtschaftswachstums in Österreich. Bis 2019 soll laut einem in der Nacht auf Freitag veröffentlichten Bericht das Wachstum bei durchschnittlich 1,2 Prozent liegen.”  (Kleine Zeitung 18. 12. 2015).
Die Stadt Wien selbst versprach auch weiterhin Investitionen zu tätigen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Dies führe natürlich zu neuen Schulden. Dieses Unterfangen wurde von der Opposition stark kritisiert. Für die regierenden Parteien ist der Kurs jedoch alternativlos. Wien investiere, so heißt es in den Debatten, die Anfang Dezember 2015 geführt wurden,  in beschäftigungsintensive Bereiche, setze bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen auf soziale und ökologische Vergabekriterien und sei zum „Rekordhalter“ bei Unternehmensgründungen. Laut ORF Online stehen 2016 Gesamtausgaben in der Höhe von 13,103 Mrd. Euro zu Buche, die Einnahmen werden mit 12,590 Mrd. Euro beziffert. Durch die klaffende Lücke klettere der Schuldenstand auf nun insgesamt 5,464 Mrd. Euro.
Das Arbeitsmarktservice schichtet auch seine Förderungen um. Von den ursprünglich 250 Millionen, die für Beschäftigungsprojekte und Förderungen in der Zielgruppe 50 plus für das Jahr 2016 bis 2017 reserviert waren, werden ca. 100 Millionen für Maßnahmen und Förderungen bei Langzeitarbeitslosen (>1 Jahr) eingesetzt.
Allerdings bleibt die Aufforderung von Wifo-Chef Karl Aiginger, dass man sich überlegen müsse, wie man mit weniger Wachstum mehr Jobs erziele, eine Aufgabe, die erst gelöst werden muss.

Quellen:

  • www.waff.at
  • www.sozialministerium.at
  • www.derstandard.at
  • www.kleinezeitung.at
  • Wolfgang Alteneder, Georg Frick (Autoren). Arbeitsmarktservice Österreich (Hrgb): Ausblick auf Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Österreich bis zum Jahr 2019. Mikrovorschau März 2015. AMS 2015.
    Wolfgang Alteneder, Georg Frick (Autoren). Arbeitsmarkstervice Österreich (Hrgb):  Beschäftigung und Arbeitslosigkeit für den Zeitraum 2015/2016 (Vorschau auf den österreichischen Arbeitsmarkt 2015/2016)

Manpowerstudie: Fachkräftemangel in Österreich überdurchschnittlich

manpower_studieDie Firma Manpower bietet interessantes Studienmaterial zum Thema Fachkräftemangel an. Die Studie ist vor allem deshalb interessant, weil sie einen internationalen Vergleich bietet und relativ genaues Datenmaterial anbietet. So gibt es jeweils eine Top-10 der Mängelberufe augeschlüsselt nach Regionen und Ländern. Ebenso wird erhoben, wieviel Prozent der Unternehmen entsprechende Stellen nicht besetzen können.

Das Unternehmen, das ich gerne als die Mutter aller Personaldienstleiter bezeichnet, befragte nach eigenen Aussagen 41.700 Personaler/innen in 42 Ländern.

Unter dem Wort “Fachkräftemangel” versteckt sich eine unangenehme Tatsache für viele Unternehmen. Sie schaffen es nicht, ausgeschriebene Stellen zu besetzen. In Österreich liegt der Fachkräftemangel laut Studie bei 39 Prozent. Das ist ein Prozent mehr als der Durchschnitt der 42 erhobenen Länder. In der Schweiz liege man sogar bei 41 Prozent und in Deutschland bei 46 Prozent. In Österreich blieb der Wert in den letzten vier Jahren eher konstant um die 40 Prozent.

Allerdings sind diese Zahlen sehr zu relativieren, da sie nicht nach Branchen differenzieren. Die Studie bringt auch die Top 10 der Berufe, die in jeweiligen Land unter einem vermeintlichen Fachkräftemangel leiden. Im verfügbaren PDF finden wir leider keine Aufstellung für die Schweiz.

 

2015 STUDIE FACHKRÄFTEMANGEL: ERGEBNISSE ÖSTERREICH

Die Befragung von 752 Personen ergab folgendes Ranking:*

  1. Facharbeiter/Handwerker
  2. Techniker
  3. Fahrer
  4. Assistenz/Bürokräfte
  5. Manager und Executives
  6. Vertriebsmitarbeiter
  7. Ingenieure
  8. IT-Fachkräfte
  9. Finanz- und Rechnungswesen
  10. Krankenschwestern/-pfleger

*Leider wurden die Bereiche Handwerk und Fahrer nicht weiter differenziert (Welche Sparten? C95 oder B-Fahrer etc.)

 

2015 STUDIE FACHKRÄFTEMANGEL: ERGEBNISSE DEUTSCHLAND

Anzahl der Befragten: 1000. Folgendes Ranking wurde erstellt.*

  1. Facharbeiter / Handwerker
  2. Manager / Executives
  3. Techniker
  4. IT-Fachkräfte
  5. Ingenieure
  6. Finanz- und Rechnungswesen
  7. Vertriebsmitarbeiter
  8. Vertriebsleiter
  9. Fahrer
  10. Ärzte/Medizinische Berufe (kein Pflegepersonal)

*Auch hier finden wir keine wirkliche Differenzierung im Handwerk. Es entsteht auch der Eindruck, dass in Deutschland unter “Fachkräfte” sehr stark leitende Positionen gemeint sind. Die Anzahl der Befragten ist mit 1000 im Vergleich mit Österreich gering – gemessen an der Bevölkerung.

Neben den direkten Auswirkungen auf die Unternehmen, werden auch die Gründe für den jeweiligen Fachkräftemangel definiert. Dieses Ergebnis war für mich doch etwas überraschend.


Die Top 5 Gründe für den Fachkräftemangel:

  1. Zu wenige oder keine Bewerber/innen: 35 Prozent
  2. Unzureichende Fachkenntnisse: 34 Prozent
  3. Fehlende Erfahrung: 22 Prozent
  4. Fehlende soziale Kompetenzen: 17 Prozent
  5. Bewerber/innen fordern zu viel Gehalt: 13 Prozent

Angesichts der Tatsache, dass eine der Vorzeigemaßnahmen in Österreich darin besteht, Lehrlinge und Facharbeiter/innen (gerade in Handwerksberufen) über sogenannte “überbetriebliche Ausbildungen” nachzuqualifizieren und dann in den Arbeitsmarkt zu intergrieren, stimmen diese Zahlen nachdenklich. Absolvent/innen aus sogenannten überbetrieblichen Ausbildungen lernen ja in einer Schulungsmaßnahme und nicht in einem Unternehmen. Aus meiner täglichen Praxis mit Bewerber/innen, die eine derartige Ausbildung absolviert haben, weiß ich, dass gerade Grund 2 und Grund 3 immer wieder angeführt werden.

Vergleiche ich die Liste von Manpower mit jenen Berufen, die 2015 noch über das Fachkräftestipendium des AMS subventionniert werden, so ergeben sich doch deutliche Unterschiede.

Das AMS listet nur mehr 5 Branchen auf (früher waren es mehr).

  • Bau, Holz (LAP)
  • Elektrotechnik (Elektro + Mechatronik)
  • Gesundheit / Pflege (Assistenz und Pflegeberufe)
  • Informationstechnologie (Netzwerk, Biomedizinische Technik, Softwarenentwicklung auf HTL und Kollegniveau)
  • Metall (Gebäudetechnik, Gießerei, Schlosserberufe etc.)

Legt man die beiden Listen zusammen (Manpowers Erhebung und die Fachkräftemängelliste), dann kommt man zum Schluss, dass das Fachkräftestipendium im Wesentlichen Punkt 1 und 2,  8 und 10 der Liste abdeckt. Allerdings muss gesagt werden, dass in der Vergangenheit auch immer wieder Fahrerausbildungen gezahlt wurden und Bürokurse veranstaltet wurden. Allerdings wird diese Möglichkeit der Nachqualifizierung auch wieder eingestellt.

Das Thema Fachkräftemangel wird uns sicherlich noch  eine Weile beschäftigen.

Links:

Fachkräftemangel-Studie von Manpower

AMS Fachkärftestipendium / Ausbildungsliste