Einladung: Anders bewerben in fünf Runden (21. April 2016)

wordleDie Bewerbungsliteratur boomt, zahlreiche Bücher erklären Ihnen, wie der Bewerbungsmarkt funktioniert. Allerdings ersetzt die Literatur nicht den direkten Erfahrungsaustausch und oft bedarf es nur einiger weniger Impulse, um den Bewerbungen neuen Auftrieb zu geben und schneller zu Vorstellungsgesprächen zu kommen. Daher lade ich Sie recht herzlich zu einem Kurzbewerbungstraining ein. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Spende für den Veranstaltungsraum ist herzlich willkommen.

Bewerbungstraining: kurz, knackig und gut

In fünf kurzen Themenblöcken erhalten Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Bewerbung.

Erste Runde: Vom Warten. Warum Unternehmen allzu oft auf die richtigen Bewerber/innen und Bewerber/innen auf den richtigen Job warten.

Zweite Runde: Wo finde ich die guten Jobs? Ein Wunschkonzert. Das Zauberwort “verdeckter Arbeitsmarkt” wird immer wieder strapaziert. Dennoch ist es wichtig, sich Zeit für dieses Thema zu nehmen und folgende Frage zu beantworten: Wo finde ich die entscheidenden Informationen? Es ist  sehr wichtig herauszufinden, was die Unternehmen wollen. Wenn ich das herausgefunden habe, gibt es nur mehr eine Themenstellung zu lösen: Kann ich liefern?

Dritte Runde: Der lückenlose Lebenslauf. Ist der lückenlose Lebenslauf wirklich der Gral der Bewerbungen? Wie wird mein Lebenslauf zum goldenen Ticket für das Vorstellungsgespräch? Es gibt immer verschiedene Stile und Wege. Vor allem gilt, dass das Gericht, das Sie für andere kochen, ihren Gästen schmecken muss.

Vierte Runde: das AMA-Prinzip. . “Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.” Dies soll angeblich Albert Einstein gesagt haben. Interessanterweise trifft dieses Zitat auf viele Bewerbungsprozesse zu. Daher ist es verständlich, dass sich Frust einstellt und wenn die Antworten ausbleiben wird es noch schlimmer. Aufgegeben wird bekanntlicherweise jedoch nur ein Brief. Mit dem AMA-Prinzip raus aus der Komfortzone

Fünfte Runde: Abschluss und andere Kleinigkeiten. Hier finden Detailfragen Platz… und wie wir alle wissen ist ein gemütlicher Ausklang immer die beste Art weitere Themen zu besprechen.

 

Anders bewerben in fünf Runden

21. April 2016 um 18:30 Uhr
read!!ing room
Anzengrubergasse 19/1
1050 Wien
Anmeldung bitte per Mail an: whatelsen [at] gmail.com (Anmeldeschluss 20. April)

 

Bewerbungen per E-Mail! Mit dem richtigen “Betreff”.

Sowohl als Trainer als auch im Personalbereich erlebe ich es immer wieder: Ich arbeite beispielsweise an einer Unternehmensrecherche und da mein E-Mail-Account offen ist, höre ich öfters ein freundlich gedachtes “Bling”. Kurz danach erscheint in der unteren Ecke ein kleines Pop-Up-Fenster mit dem Betreff: “Bewerbung” oder “Lebenslauf” verbunden mix xyz-Freemail-Adresse.

Beim Bewerben lohnt es sich nicht irgendwie in die Tasten zu hauen.

Ich gehe dann in meinen Posteingang und es reihen sich mehrere Bewerbungen untereinander. Alle haben einen ähnlichen Titel und lauten auf “Bewerbung” oder “Lebenslauf”. Selten lese ich Betreffzeilen wie “Lebenslauf von Carla Musterfrau / Bewerbung als Außendienstmitarbeiterin” oder “Bewerbungsunterlagen Marius Werber / Bewerbung als EDV-Techniker”. 


Auch bei Initiativbewerbungen sollte der genauere Wortlaut gelten. Es mag zwar das Kinderüberraschungs-Ei-Prinzip kurzfristig gelten, längerfristig jedoch macht ein genauer und ausführlicher “Betreff” einen guten Eindruck. Das schlichte Initiativbewerbung macht zwar auf der einen Seite neugierig, auf der anderen Seite ist es gerade für HR-Abteilungen vielleicht etwas nervig, wenn sie das 10. Mail mit dem Titel “Initiativbewerbung” bekommen und erst herausfinden müssen, auf was sich der/die potenzielle Kandidat/in bewirbt.

Allein dieser Bewerbungseinstieg ist für viele Personaler/innen, bei denen andauernd Bewerbungen eintrudeln, bisweilen ärgerlich. Sie müssen die Mails öffnen und erst zu den ausgeschriebenen Stellen zuordnen. Daher gilt: Wenn die E-Mails mit einem entsprechenden Betreff versehen sind, erleichtern Sie allen Beteiligten das Leben. Als Bewerber/in finden Sie Ihre Bewerbungen schneller in den “Gesendeten Nachrichten” wieder und die Personaler/innen freuen sich über Bewerber/innen, die den Selbsteinschätzungen “Genauigkeit” und “kommunikativ” bereits im Rahmen ihrer ersten Kontaktaufnahme Taten folgen lassen.

Unternehmen und ihre besonderen Bedürfnisse bei Bewerbungen….

Verlangen einen Versicherungsdatenauszug…

  • Select Personal in Linz (bereits bei der Bewerbung): Quelle: AMS Jobroom.
  • Swarovski in Wattens (eigene Website)
  • Rewe (Job Disponent / Monster.at)
REWE Inserat
  • Betonsteinwerk Kornfeld – Trimmel GmbH 7212 Forchtenstein (schriftliche Bewerbung samt Foto und Datenauszug der Versicherungszeiten von der Gebietskrankenkasse: AMS Inserat)
  • INNBUS GmbH, Pastorstraße 5, 6010 Innsbruck, Austria (z.B. Lebenslauf, Versicherungszeiten und Auszug aus dem Verwaltungsstrafregister: AMS Inserat)
  • Cityclean GmbH, 1030 Wien (Reinigung) (Dienstzeugnisse, Lebenslauf und Auszug der Gebietskrankenkasse) (Quelle: AMS Inserat)
  • SPAR Österreichische Warenhandels AG (Versicherungsdatenauszug beim Vorstellungsgespräch, Lebenslauf mit Foto. Quelle: Bewerber/innen)

 Verlangen einen handgeschriebenen Lebenslauf…

  •  ROTH Handel & Bauhandwerkerservice GmbH in Gleisdorf (Quelle: Inserate)
  • WERHONIK GMBH, Ingenieurbüro für Haustechnik, Wien und Grau (Quelle: Inserate)
  • PAMMINGER Maschinenbau Ges.m.b.H & Co KG in Linz:  bei Lehrlingen (Quelle: Website des Unternehmens)
  • ROTH Handel & Bauhandwerkerservice GmbH, 8200 Gleisdorf (Quelle: Website des Unternehmens)

 Probearbeiten erwünscht…

  • Gasthof Dorfwirt in Reith im Aplbachtal (Quelle AMS)
  • Hohenfels – das Landhotel 6675 Tannheim, Österreich – bei der Lehrlingsaufnahme, außerdem soll der Lehrling mindestens 17 Jahre alt sein -> Altersbeschränkung)
  • (to be continued. Entsprechende Hinweise bitte einfach unter den Beitrag posten)…

Immer nach Schema-F

Es ist schon interessant, wie im Bewerbungstrainingsbusiness auch persönliche Vorlieben eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Bewerbungsunterlagen spielen. Das ist nur natürlich und geht auch leicht von der Hand. Zwei Beispiele finde ich da besonders interessant:

(1) Der Grundsatz, dass mit der aktuellsten (letzten) Position angefangen werden muss…

Wir kennen es auch als “britischen Lebenslauf” oder als “gestürzten Lebenslauf” oder als “Lebensauf mit rückläufiger Chronologie”. Es gibt sicher noch ganz andere Bezeichnungen dafür. Gemeint ist ein einfaches Prinzip. Wir beginnen mit der aktuellsten Position und arbeiten und langsam zurück in die Vergangenheit. Wird dies konsequent durchgeführt, kommt zuerst das Berufliche, dann unsere Schulausbildung. Wir fangen mit dem letzten Job an und hören bei unserer Schulausbildung auf. Doch dies ist kein Muss. Auch sehe ixh immer wieder lustige Einfälle in den Lebenslaufen, die das Prinzip ad absurdum führen.

Der Lebenslauf geht nicht über eine Seite und enthält auch nur wenige Positionen. Da ist es ganz egal ob wir von “A nach Z” oder von “Z nach A” gliedern. Das Diktum, dass bei einem einseitigen Lebenslauf unbedingt eine Umkehrung der Chronologie zu beachten ist, halte ich allenfalls für eine persönliche Vorliebe. Ich denke, dass die meisten Personalentscheider/innen durchaus in der Lage sind – bei einem einseitigen Lebenslauf – auf den den ersten Blick die aktuellste Position heraus zu filtern. Das Umdrehen der Chronologie ist bei sehr langen Lebensläufen, die über mehrere Seiten gehen sinnvoll. Dies ist aber eine Eigenschaft, die im deutschsprachigen Raum nicht gerne gesehen wird. Der Lebenslauf soll hier kurz und knackig sein. In den meisten Fällen werden nicht mehr als zwei Seiten als akzeptabel angesehen.

Was ich in diesem Zusammenhang ebenfalls lustig finde, ist der Umstand, dass zwar zuerst die Schulzeit und die Ausbildung thematisch angeführt werden, diese  innerhalb des Themenblocks gestürzt wird. Dann kommt der Themenblock “Berufserfahrung” und auch hier kommt es zu einer chronologisch umgekehrten Liste. Konsequenter ist es, die Reihung durchgehend zu lassen und sich prinzipiell für eine Chronologie zu entscheiden: “A nach Z” oder von “Z nach A”.

(2) Der Wunsch, einen lückenlosen Lebenslauf zu bauen…

Es ist natürlich schön, wenn man einen “lückenlosen Lebenslauf” vorzeigen kann. Besonders toll ist es, wenn die Dienstjahre mit genauen Anfangs- und Enddaten angegeben werden und es kaum längere Pausen zwischen den Jobs gibt. Aber diese Lebensläufe werden seltener und seltener. Das liegt an zwei Faktoren. Viele meiner Kund/innen wechseln häufiger den Job und haben auch dementsprechende Lücken. Viele Arbeitnehmer/innen finden – aus welchen Gründen auch immer – nicht immer den Anschluss an den Job. Lebenslange Loyalität zu einem Betrieb ist mittlerweile eine sehr seltene Eigenschaft und wird bisweilen auch als mangelnde Flexibilität ausgelegt. Aber das gehört nicht hierher.

Bleibt man dem chronologischen Korsett treu, bringt uns das oft in Schwierigkeiten. Erstens fühlen sich viele bemüßigt die Lücken zu schließen. Das ist prinzipiell natürlich zu empfehlen. Es kann aber nicht jede längere Arbeitslosigkeit mit einer “Neuorientierung” oder mit “aktiver Arbeitssuche” kaschiert werden. Zweitens entstehen somit Positionen, die für die zu bewerbende Stelle vollkommen irrelevant sind.  Es ist vielleicht sogar sinnvoller, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nur jene Jobs anzuführen, die für die ausgeschriebene Position von Belang sind. Außerdem ist es nicht notwenidg jede kurze Ferialpraxis anzuführen, wenn genug hauptamtlicher Berufserfahrung vorhanden ist. Ich sage es wie es ist. Ich lasse auch mal Positionen weg, auch auf die Gefahr hin, die lückenlose Chronologie zu gefährden und dafür den Lebenslauf konziser auf das zuzuschneiden, was gefordert wurde.