Österreichs Facharbeiter*innen wollen bei den World Skills abräumen…

Bei der Euroskills 2016 in Göteborg räumte Österreich groß ab. 35 Teilnehmer*innen gewannen 15 Medaillen (5 Gold, 5 Silber, 4 Bronze) und 9 Medaillon-Diplome, die für eine sehr hohe Punktzahl stehen.  Lisa Janisch wurde, als Malerin, zur “Best of Europe” gekührt – ein beeindruckender Erfolg.

Vierzig Jungfacharbeiter*innen starten im kommenden Herbst bei den World Skills in Abu Dhabi

Nun beginnen die Vorbereitungen für die Berufsweltmeisterschaften 2017 in Abu Dhabi. Waren es 2016 “nur” zwei Wiener, die dem österreichischen Kader angehörten, werden es für Abu Dhabi fünf Jungfacharbeiter*innen aus der Bundeshauptstadt sein. Daniel Frank geht als Elektroniker an den Start,  Magdalena Halbmayr wird als Konditorin ihr Können beweisen, Patrick Taibel vertritt die IT Netzwerk- und Systemadministratoren. Alexander Tury und David Wagner treten als Maurer und Schalungsbauer an. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass Magdalena Halbmayr und Patrick Taibel in Niederösterreich wohnen und in Wien ausgebildet wurden.  Auch die Betonbauer  stammen aus den Bundesländern – treten jedoch für ihr Wiener Unternehmen an. Somit  ist Daniel Frank der einzige “waschechte” Wiener.

Zusätzlich wird das Team von 12 Wiener Fachtrainer*innen oder sogenannten Expert*innen, wie es im Fachjargon heißt, begleitet: Sie kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Einerseits handelt es sich um Lehrlingsausbildner*innen direkt aus den Unternehmen, andererseits sind auch HTL-Lehrer*innen und Berufsschulehrer*innen mit dabei.

Insgesamt wird die Hauptstadt der Vereinigten Emiraten 40 Teilnehmer*innen aus neun Bundesländern begrüßen dürfen (7 Frauen und 33 Männer).  Sie treten in 36 Einzel- und Teambewerben an. Unterstützt werden die einzelnen “Wettkämpfer*innen” von insgesamt 37 Expert*innen.

Hohe Messlatte

Aus Wiener Sicht haben es besonders die Betonbauer Alexander Tury und David Wagner, die bei einem der größten österreichischen Bauunternehmen eine Doppellehre zum  Maurer und Schalungsbauer absolviert haben, sehr schwer. Die Messlatte ist sehr hoch: Ihre Kollegen gewannen 2015 beim letzten Word Skills-Bewerb in Sao Paulo (Brasilien) den Titel. Die beiden Betonbauer planen dem Einvernehmen nach 7 Wochen intensives Training für den Bewerb.

Die Qualität der österreichischen Maurer- und Schalungsausbildung hat sich bereits herum gesprochen. Laut einem Bericht der “Wiener Wirtschaft” trainiert ein Team aus Russland in der Bauakademie in Guntramsdorf. Die österreichischen Ausscheidungen im Schalungsbau hatten dadurch sogar einen internationalen Charakter. Zwei russische Schalungsbauer nahmen am Bewerb teil und wurden sensationelle Dritte.

Kurztrainingslager

Nach der Zusammenstellung des Nationalteams begann die heiße Phase des Trainings. Die Teilnehmer*innen trafen sich in der ersten Juliwoche in der neu eröffneten BauAkademie in Oberösterreich, um ein dreitägiges Trainingsprogramm zu absolvieren. Ein wichtiger Aspekt des Lehrgangs war das Teambuilding. Die individuelle Trainingsarbeit wird über den Sommer weiter geführt. Gemeinsam mit den Expert*innen trainieren die Teilnehmer*innen in ihren jeweiligen Berufssparten – oft zusätzlich zur regulären Arbeit. Aber auch Wettkämpfe stehen auf dem Programm. In der Sparte Mechatronik wurde ein Länderkampf zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert und – so wie die russischen Betonbauer – nahmen auch einige österreichische Teilnehmer*innen an einem ausländischen Bewerb teil. Im Juni fand die “China International Skills Competition” statt.

Wettbewerb in China

Laut WKO rangen beim Bewerb in der VR China insgesamt rund 1.100 Teilnehmer*innen aus 38 Ländern um Medaillen. Der Niederösterreicher Klaus Lehmerhofer konnte in der Sparte KFZ den sensationellen zweiten Platz erkämpfen. Auch sein Kollege aus dem Karosseriebau, Simon Winder (Vorarlberg), erreichte eine Platzierung unter den Top 10. Er wurde 7. Der burgenländische Bautischler Walter Sailer gewann ebenfalls Silber. Monika Pöllabauer (Steiermark) holte in der Kategorie “Restaurant Service” sogar die Goldmedaille.

Darüber hinaus kehrten Isabella Schierl (Salzburg / Mode Technologie) und  Daniel Frank (Wien / Elektronik) mit einem sogenannten Diplom „Medallion for Excellence“ nach Österreich zurück. Die Medaillons sind nicht zu unterschätzen; sie gehen an Kandidat*innen, die zwar keine Medaille erreichten, dennoch mehr als 500 von 600 möglichen Punkten erzielten. Medaillongewinner*innen haben meistens nur um wenige Punkte eine Medaille verfehlt. Die Diplome sind jedoch mehr als ein Stück Papier. Sie beweisen, dass man eine sehr gute Leistung brachte und dass die Konkurrenz enorm  stark war.

Die Weltherrschaft erzielen

Das österreichische Nationalteam der Jungfacharbeiter*innen ist also bereits jetzt gut vorbereitet auf die “World Skills”, die Mitte Oktober in den Vereinigten Emiraten stattfinden. Die Österreicher*innen wollen – angesichts der guten Ergebnisse in China – mit etlichen Medaillen nach Österreich zurück kehren.

Übrigens finden die nächsten Euroskills – also die Europameisterschaften der Jungfacharbeiter*innen – 2018 in Budapest und 2020 in Graz statt. (Fast) ein (doppeltes) Heimspiel für das bereits jetzt die organisatorischen Vorbereitungen laufen.


Quellen:

Lehre im digitalen Zeitalter: e-Commerce-Lehre, Glasverfahrenstechnik und Fahrrad-Mechatronik

e-Commerce ab 2017/2018 in die Lehre integriert. Foto: pexels

Der Greißler und Nahversorger ums Eck wird vielleicht schon bald nur mehr eine nostalgische Erinnerung sein. Der Versandhandel hat dank des Internets und der bequemen Onlineshops eine Renaissance erlebt. Daher verwundert es nicht, dass der Online-Handel eine sehr stark wachsende Branche ist – und doch gibt es bis dato keine Ausbildung, die diesem Umstand Rechnung trägt.

Dies soll sich nun ändern, da Lehrlinge im Einzelhandel schon bald das optionale Modul „digitaler Verkauf“ wählen dürfen. Laut futurezone soll „zu den bisher angebotenen 15 Fachschwerpunkten in der Einzelhandels-Lehre (u.a. Lebensmittel, Mode, Elektronik, Kfz) (…) ab dem Ausbildungsjahr 2017/18 zusätzlich den Schwerpunkt „Digitaler Verkauf““ angeboten werden. „Der Schwerpunkt wird für fünf Jahre als Pilot eingerichtet und dann soll entschieden werden, ob die Inhalte im Regellehrberuf integriert werden.“ Übrigens lassen sich schon Inserate finden, die beweisen, dass Unternehmen explizit auf den Bereich e-Commerce ausbilden wollen.

Im Herbst 2017 soll also im Pilot Schritt für Schritt eine eigenständige Lehre für E-Commerce entstehen. Der Bedarf an Lehrlingen sei derzeit zwar noch schwer abzuschätzen, allerdings wachse der Onlinehandel jedes Jahr um 5 Prozent. Außerdem ergab eine Studie des Handelsverbandes, die bereits Anfang 2016 veröffentlicht wurde, dass 70 Prozent der befragten Unternehmen Lehrlinge in diesem Bereich ausbilden und 30 Prozent der befragten Unternehmen sogar höhere Lehrlingsentschädigungen zahlen würden.

Digitalisierung – mehr als ein Trend: Neue Lehrberufe

Insgesamt will das zuständige Bundesministerium für Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft bis 2020 stolze 57 Lehrberufe modernisieren und der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung Rechnung tragen. Laut Aussendung des Ministeriums bringt das Lehrberufsspaket 2017 acht neue oder modernisierte Lehrberufe mit sich: Neben dem bereits erwähnten Bereich e-Commerce, soll auch die Steuerung von digitalen Anlagen in die entsprechenden Lehrlingsbilder einfließen. Ferner überlegt man in folgenden Bereichen Lehrberufe zu erschaffen oder zu adaptieren: Glasverfahrenstechnik, Informationstechnologie, Installations- und Gebäudetechnik, der bereits angesprochene E-Commerce-Kaufmann bis zum künftigen Fahrrad-Mechatroniker oder Sportgerätetechniker.

Quellen:

Dieser Artikel erschien zuerst auf : www.lehrlingsbox.at

Fast ein Viertel der Wiener Lehrlinge fällt durch…

23,71 Prozent der Wiener Lehrlinge fielen 2016 bei der Lehrabschlussprüfung durch. Wien bekleidet damit im Bundesländerranking den zweiten Platz. Nur in Tirol fallen noch mehr Lehrlinge bei der LAP durch (24,71 Prozent). Die Lehrlingsstatistik, die von der WKO jährlich publiziert wird, wird von der Wiener Gratiszeitung gewohnt plakativ aufgegriffen. Bereits ein erster Blick in die Statistik zeigt, dass die Situation in Tirol und in Wien besonders dramatisch ist. In Ober-und Niederösterreich fällt „nur mehr“ jede/r Fünfte bei der Lehrabschlussprüfung durch. In Kärnten und in der Steiermark sind es knapp über 15 Prozent.

Ein genauer Blick auf die (Wiener) Statistik erscheint mir besonders wichtig. Tatsächlich ist es so, dass die Ergebnisse auch innerhalb der Branchen sehr stark auseinanderdriften. So weisen die „Überbetrieblichen Lehrausbildungen“ eine besonders hohe Durchfallquote auf. In Wien sind es immerhin 32,31 Prozent aller überbetrieblichen Lehrlinge, die bei der Lehrabschlussprüfung durchfallen. In der Sparte „Gewerbe und Handwerk“ sind es immerhin auch 32,67 Prozent (1.800 Lehrlinge wurden 2016 in Wien in dieser Sparte geprüft). Im Handel sind es hingegen „nur“ 18,24 Prozent und in der Sparte „Tourismus und Freizeitbetriebe“ lediglich 16,45 Prozent. Zusätzlich werden all jene, die zwar die Berufsschule absolvieren, jedoch nicht zur LAP antreten, erst gar nicht in der Statistik angeführt.

Die unterschiedlichen Ergebnisse zeigen, dass es gar nicht so leicht ist, eine eindeutige Antwort auf die Frage, wieso in Wien über 23 Prozent der Lehrlinge ihre LAP negativ benotet bekommen. Der Umstand, dass in einigen Branchen ein Drittel der Lehrlinge die Lehrabschlussprüfung nicht schaffen, zeigt, dass derzeit viele Dinge falsch in der dualen Ausbildung laufen. Der ÖGB sieht die Ursache in der schlechten Ausbildung durch die Betriebe, wo die Lehrlinge nur Kaffee kochen müssten, statt etwas zu lernen. Diese Ansicht wird jedoch durch das Angebot der überbetrieblichen Lehrausbildung alles andere als gestützt. Die „Überbetrieblichen“ mit ihren Stützkursen, Praktika und Lehrwerkstätten sollten ja geradezu der Garant für eine qualitativ hochwertige Lehre sein.

Woran liegt es also?

Die Ursachen sind komplexer. Eine Ursache für die vielen negativen Abschlüsse liegt vielleicht auch darin, dass in einigen Branchen die Gehaltsunterschiede zwischen gelernten und angelernten Kräften nicht allzu hoch sind. Man kann also auch „gutes“ Geld ohne LAP verdienen. Die Gründe liegen aber auch bei den Lehrlingen selbst. Viele sind einfach im falschen Job. Für etliche Lehrlinge ändern sich die Interessen während der Lehre. Man darf nicht vergessen, dass viele Lehrlinge als Teenager eine Lehre beginnen und als Erwachsene einen Lehrabschluss machen. Viele habe die Lehre aus den falschen Gründen begonnen („weil nichts anderes frei war…“, „weil die Eltern es so wollten…“) und einigen fehlt es am nötigen Talent. Viele Lehrlinge treten nur an, um einen Abschluss zu machen und sind eigentlich nicht mehr am Beruf interessiert. Und last but not least: Es gibt auch Betriebe, die ihre Lehrlinge schlecht ausbilden. Welche Gründe nun auch ausschlaggebend sind für das schlechte Abschneiden bei der LAP… Fakt ist: Zu viele Lehrlinge „verhauen“ ihren Lehrabschluss. Diese Lehrlinge fehlen als Fachkräfte in den Betrieben und ein Mangel an Fachkräften ist schlecht für die Unternehmen.

Aus all den genannten Gründen bringt es auch wenig den schwarzen Peter der einen oder der anderen Gruppe hinzuschieben. Mit einer besseren Orientierung der zukünftigen Auszubildenden und der Betriebe, einer genaueren Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen und einer guten Portion Aufgeschlossenheit für neue Wege im Lehrlingsrecruiting könnten wir den Trend, dass von Jahr zu Jahr immer mehr Lehrlinge ihre Abschlussprüfung sprichwörtlich in den Sand setzen, wieder umkehren.

 

dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von der “Lehrlingsbox”

Die Wiener Stadtwerke stellen 100 neue Lehrlinge ein

Das Unternehmen wünscht sich mehr weibliche Lehrlinge in technischen Berufen

Die Wiener Stadtwerke suchen für das kommende Jahr “Jugendliche mit einem gutem Abschlusszeugnis und dem nötigen Biss” für insgesamt 100 Lehrstellen. Interessierte können sich noch bis Ende Februar 2017 bei den Wiener Stadtwerken vorstellen. Das Verfahren ist dabei klar strukturiert. Es funktioniert nach dem Trichter-Prinzip. Nach einer Sichtung der Bewerbungen werden die Kandidat/innen zu einem zweistufigen Auswahlverfahren eingeladen. Die erste Stufe ist ein Online-Aufnahmetest. Wird dieser bestanden, folgt ein Lehrlingscasting, bei dem die passenden Lehrlinge ausgewählt werden.

Die Wiener Stadtwerke – laut Eigendefinition “Wiens großer Infrastrukturkonzern” – werden auch 2017 in zwölf Berufen ausbilden (siehe Liste unten). Darüber hinaus hat sich das Unternehmen auf die Fahnen geschrieben, die Zahl weiblicher Lehrlinge in technischen Berufen zu erhöhen. Besonders wichtig sei dies dem verantwortlichen Personalvorstand Peter Weinelt und dem zentralen Lehrlingsmanagement.

„Wir haben leider traditionell zu wenige Mädchen, die sich für eine Ausbildung in Elektrotechnik oder Metalltechnik bewerben. Das muss sich ändern. Ich verstehe nicht, warum es interessanter sein soll, Friseurin oder Einzelhandelskauffrau zu werden. Elektrotechnikerin zu werden ist cooler, und man verdient später auch mehr Geld“, sagt Weinelt.

Gendergap zwischen “männlichen” und “weiblichen” Berufen

In der Tat gibt es noch immer (Lehr)berufe mit einem sehr hohen weiblichen und einem sehr hohen männlichen Anteil – und auch spezielle Anreize wie “Frauen in Technik”, “Girls Day” und andere Initiativen scheinen dies nicht zu ändern. Die Berufswahl erfolgt auch noch in den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts nach Berufen, in denen das eigene Geschlecht überproportional vertreten ist. 2015 war der beliebteste Beruf bei Mädchen “Bürokauffrau” mit 11,67 Prozent, gefolgt von Friseurin (9,81 Prozent) und Einzelhandelskauffrau im Lebensmittelhandel (7,99 Prozent). Legt man alle Sparten des Einzelhandels zusammen, kann man sagen, dass jede vierte (sic!!) junge Frau ihre Lehre im Handel absolviert. Bei den Burschen entfallen 14,86 Prozent auf den Bereich Metalltechnik, 11,48 Prozent auf Elektrotechnik und 9,45 Prozent auf KFZ-Technik. Diese Zahlen entstammen der Lehrlingsstatistik der WKO und zeigen einen österreichweiten Trend. Ein Lehrling bekommt im Handel im ersten Lehrjahr meist 526 Euro (2016, je nach Betrieb und Sparte ist natürlich eine höhere Lehrlingsentschädigung möglich). Hingegen bekommt ein Lehrling in der Sparte Metallbearbeitung bereits  568,52 Euro – ebenfalls im ersten Lehrjahr. Würde man die “typisch weiblichen” und die “typisch männlichen” Lehrberufe samt Gehältern abgleichen, wäre sofort ersichtlich, dass der Unterschied beim Einkommen zwischen Mann und Frau auch durch die Wahl des Lehrberufs definiert wird.

Diversität

Darüber hinaus interessiert natürlich auch ein weiteres Thema. Ist die Lehre bei einem großen Konzern ein Reservat für jugendliche Schulabgänger/innen oder dürfen auch junge Männer und Frauen, die bereits volljährig sind, eine Lehre beginnen? Die Wiener Stadtwerke sind, laut Konzernsprecher Thomas Geiblinger, sehr offen für Bewerber/innen, die etwas älter sind. Auch in diesem Punkt verschreibt man sich der Diversität. Lehrlinge, die bereits über einen Lehrabschluss verfügen oder eine Matura haben, seien ebenso willkommen. Vereinzelt beschäftige man  junge Erwachsene als Lehrlinge. Ältere Erwachsene (25+) sind – so Konzernpressesprecher Geiblinger weiter – derzeit noch nicht als Lehrlinge beschäftigt. “Vereinzelt” bedeutet, dass man auch hier eher einem allgemeinen Trend folgt. Immerhin waren 2015 60 Prozent aller Lehrlinge nicht älter als 15 oder 16. Nimmt man Handwerk, Gewerbe und Industrie als Maßstab sind es knapp über 70 Prozent. Bei den Stadtwerken stehe man dem Thema jedoch nicht abgeneigt gegenüber. Derzeit plane man jedoch nicht, die duale Ausbildung über die Lehre hinaus auf andere Ausbildungsbereiche auszuweiten, wie dies bereits in vereinzelten Unternehmen passiert. So sei ein duales Studium derzeit (noch) nicht geplant.

Um sehr gute Auszubildende für ein Unternehmen zu gewinnen, müssen mittlerweile auch Anreize geboten werden. Abgesehen vom bereits angesprochenen Gehalt haben junge Menschen, die eine Lehre bei den Wiener Stadtwerken beginnen, dem Einvernehmen nach, eine sehr hohe Chance übernommen zu werden. Die Übernahmequote liege bei über 80 Prozent. Außerdem würden fast alle Lehrlinge die begonnene Ausbildung auch abschließen, was für die Generation Y, die ja wieder sehr nach sicheren Arbeitplätzen giert, ein wichtiges Argument sein kann. Insgesamt bilden die Wiener Stadtwerke derzeit rund 450 Lehrlinge aus.

Die Lehrberufe im Detail und die Hot-Spots

Die von den Stadtwerken angebotenen Lehrstellen werden auf die Bereiche Energie, Mobilität und Bestattung aufgeteilt. Die Liste der einzelnen Berufe erfolgt in alphabetischer Reihenfolge:

Betriebslogistikkaufmann/-frau, Bürokaufmann/-frau, Elektronik, Elektrotechnik, Florist/Floristin, Gas-, Sanitär- und Heizungstechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Gartenbau, Mechatronik, Metalltechnik.

Interessanterweise setzt sich auch bei einem großen Unternehmen wie den Stadtwerken ein weiterer Trend fort. Es scheint immer schwieriger Lehrlinge für die klassischen Handwerks- und Gewerbeberufe zu bekommen. Das Unternehmen erhielte nicht genügend Bewerbungen für die Lehrberufe Elektrotechnik, Metalltechnik, Gartenbau sowie Gas-, Sanitär- und Heizungstechnik. Anders formuliert: Die Chancen in einem dieser Mängelberufe einen Lehrstelle zu bekommen wird höher sein, als in anderen Bereichen.


Weitere Infos unter www.wienerstadtwerke.at/karriere