Rekrutieren an der Quelle: AMS-Kursinstitute als Partner*innen

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen.

Nach unserem ersten Beispiel, dem OTTO-Versand, brachten wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis und zeigten wie ein Lehrlingscasting funktioniert (ENGIE Austria). In unserem dritten Beispiel, wandten wir uns Heineken zu. Im vierten Beispiel greife ich wieder auf eigene Erfahrungen zurück. Die folgende Form der Rekrutierungsveranstaltung kenne ich sehr gut, da ich sowohl für AMS-Schulungsinstitute arbeitete, als auch Erfahrung im Personaldienstleistungsbereich habe…

Unternehmen aus der Erwachsenenbildung, die im Auftrag des österreichischen Arbeitsmarktservices (AMS) arbeiten, bieten verstärkt die Möglichkeit von so genannten Firmenpräsentationen oder Firmenvorträgen an. Dabei handelt es sich um Recruitingveranstaltungen in den Räumlichkeiten der jeweiligen Schulungsinstitute. Der Ablauf ist meistens sehr ähnlich – egal von welchem Institut Sie als Unternehmen eingeladen werden. Der Erfolg dieser Veranstaltungen kann sehr hoch sein, wenn die richtigen Faktoren zusammen treffen.

Schritt 1 – die Kontaktaufnahme

Sie machen sich mit einem so genannten “Betriebskontakter” oder einer “Betriebskontakterin” einen Termin aus. Die Bezeichnung Betriebskontakter*in ist sehr spezifisch für den AMS-Kontext und bezeichnet jene Mitarbeiter*innen, die für die Akquise von Stellenangeboten für das Schulungsunternehmen und die unterschiedlichen Kurse zuständig sind. Der Termin findet im Gebäude des Seminarveranstalters statt und ist formattechnisch meistens ein Frontalvortrag.

Schritt 2: Der Vortrag

Sie besuchen zum vereinbarten Termin das Schulungsinstitut. Es empfiehlt sich ein zwei Tage vorher nachzufragen, wie viele Interessent*innen / Jobsuchende sich beim Vortrag einfinden werden. Dies ist wichtig, um Ihren Vortrag gut vorbereiten und  gut timen zu können.

Der Vortrag läuft meist mit Power Point-Unterstützung und ist ziemlich frontal. Nach einer kurzen Einleitung seitens eines Mitarbeiters des Schulungsinstituts sind Sie dran. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen kurz und knackig. Kommen Sie schnell zu den Jobs. Wenn Sie aus der Personaldienstleistungsbranche kommen, seien Sie auf kritische Fragen gefasst.

Schritt 3: Die Fragerunde

Bei meinen Vorträgen lasse ich Fragen auch während des Vortrages zu. Das lockert die Stimmung und löst die Frontalsituation ein wenig positiv auf. Wenn Sie als Recruiter*in nicht gerne vor größeren Menschengruppen sprechen und Sie fürchten, dass Sie den roten Faden verlieren, dann vertagen Sie die Fragerunde ans Ende des Impulsvortrags. Aber vergessen Sie dies nicht gleich zu sagen. Das ist absolut wichtig… Lassen Sie sich nicht auf Grundsatzdiskussionen ein zu Kollektivvertrag, Bezahlung, Zeitarbeit etc. ein.

Schritt 4: Kurze Pause und Interviews

Hier gibt es unterschiedliche Modelle. Aus Zeitgründen gibt es Kolleg*innen, die lediglich Lebensläufe und Unterlagen einsammeln und dann Vorstellungstermine separat im eigenen Unternehmen ausmachen. Es besteht aber auch die Möglichkeit in kurzen Interviews einzeln mit den Bewerber*innen zu sprechen. Sie sollten jedoch auf keinen Fall einen sturen Fragebogen durchziehen, sondern eher die Motivation und die Wünsche der Bewerber*innen hinterfragen. Die Lebensläufe bekommen sie zusätzlich.

Schritt 5: Verabschiedung

Holen Sie sich Feedback von den Veranstalter*innen. Nehmen Sie Hinweise auf. Geben Sie auch Feedback und vereinbaren Sie – sollte es für Sie halbwegs gepasst haben – den nächsten Termin, da Sie hier die Möglichkeit haben sehr schnell zu rekrutieren.

Schritt 6: Die eigentlichen Interviews

Sie haben sich schon ein erstes Bild von den Bewerber*innen beim ersten Termin machen können. Setzen Sie jetzt zum zweiten Schritt an und laden jene ein, die für Sie interessant sind. Alle anderen sagen Sie natürlich höflich ab. Dieser Doppelschritt (kurzes Interview nach dem Vortrag und separates Interview im eigenen Haus) empfiehlt sich durchaus um auch die Motivation der Kandidat*innen zu testen.

Schritt 8: Erfolgsauswertung

Einmal ist keinmal. Sollte eine derartige Veranstaltung nicht sofort den gewünschten Erfolg bringen, geben Sie sich und dem kooperierenden Schulungsunternehmen eine zweite Chane. Nach dem ersten Vortrag kennt man sich besser und man weiß, was man vom anderen erwarten kann. Ihre Erwartungen sollten natütlich angemessen sein. Sie werden bei einem derartigen “Firmenvortrag” kaum Führungskräfte und Spitzenmanager*innen rekrutieren. Gute bis sehr gute Hilfskräfte und Menschen mit Lehrabschluss sind durchaus anzutreffen. Ich selbst habe bei meinem letzten “Firmenvortrag” 13 Lebensläufe mitgenommen von denen die Häfte durchaus einsetzbar war. Ich konnte einige Lebensläufe an meine Kolleg*innen abgeben, da ich selbst in diesen Bereichen nicht rekrutiere. Ein Kandidat war ein “prospective” da er sich noch in Ausbildung befand. Das war für einen ersten Vortrag gar nicht so schlecht…


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“Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.” 10 Top-Working-Class-Filme. Zweiter Teil…

Ich finde Filme sind nicht nur eine tolle Abwechslung. Sie bieten kurze Momente des Verweilens, der Zerstreuung und können durchaus auch inspirieren. Da “whatelsen.work” ja alle Facetten der Arbeitswelt beleuchten möchte, habe ich mir 10 neuere Film-Produktionen heraus gesucht, die das Thema Arbeitswelt in seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet.  Die Liste ist streng subjektiv. Vom Arbeitskrampf bis zum Arbeitskampf könnte das inoffizielle Motto sein.  Vor allem letzteres ist ja in Österreich eher Neuland. Da lohnt es sich doch einmal einen Blick. Außerdem haben alle Filme etwas gemeinsam: (Lohn)arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren für uns Menschen… Hier die zweiten 5 Beispiele, die unterschiedlich sind. Teilweise basieren sie auf realen Begebenheiten. Ein ganz neuer Film ist auch dabei. Ebenso wie ein Klassiker des Dokumentarfilms.  Ich freue mich über Kommentare und Hinweise, welche Filme Sie bevorzugen…

En Guerre – Im Krieg (2018)

Eine Fabrik soll geschlossen werden – und das obwohl das Unternehmen Rekordgewinne einfährt.  Die Mitarbeiter*innen wehren sich dagegen und stützen ihren Protest auf eine zwei Jahre alte Zusicherung der Geschäftsleitung, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Und dies mindestens für 5 Jahre. Summa summarum sollten die Arbeitsplätze also zum Zeitpunkt der Ankündigung noch 3 Jahre erhalten bleiben. Im Gegenzug verzichteten die Mitarbeiter*innen auf Prämien. Die Gewerkschaftsführung ist entschlossen den Kampf aufzunehmen. Allerdings gibt es 2 Fronten. Einerseits die Geschäftsführung, andererseits sind etliche Mitarbeiter*innen davon überzeugt, dass es besser wäre, eine hohe Abschlagszahlung auszuverhandeln. Die Medien stürzen sich auf die negativen Seiten des Streiks, die Mitarbeiter*innen wollen zur Arbeit zurück kehren. Die Unterstützung schwindet von allen Seiten… Bis… Leider gibt es noch keinen Trailer auf Deutsch, aber auch der französische Trailer ist nicht von schlechten Eltern…

Abseitsfalle

PERLA, ein Waschmaschinenhersteller im deutschen Ruhrgebiet, kämpft mit wirtschaftlichen Problemen. Der US-Mutterkonzern veranlasst die baldige Kündigung von 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die junge Angestellte Karin soll mit  einem gewissen Dr. Kruger  die Kündigungen durchbringen: Das Perfide an de Sache. Während Karin andere Leute rausschmeißen soll, würde sie die Karriereleiter hochfallen. Doch der Job ist nicht so leicht wie gedacht: Insbesondere die Mitglieder der Werkself zeigen sich als sehr widerstandsfähig und feilen schon an einer Gegenstrategie… Fußball kombiniert mit Arbeitskampf. Auch nicht ohne… Abseitsfalle ist eine nette deutsche Komödie und sorgt für Popcorn-Unterhaltung bei einem ernstzunehmenden Thema.

Frau Böhm sagt nein…

Dieser weniger bekannte Film wurde 2009 für das deutsche Fernsehen produziert. In der Hauptrolle brillieren Senta Berger und Lavinia Wilson. Frau Böhm (Senta Berger) spielt eine Sachbearbeiterin vom alten Schlag. Genau, präzise, wenig humorvoll und äußerst penibel. Ihr Aufgabe besteht darin, die Gehälter und vor allem die Prämien der Vorstandsmitglieder zu bewilligen. Diese sollen im Zuge eine Firmenübernahme, die zu Entlassungen führen wird, doch reichlich sprudeln. Frau Böhm gerät zwischen die Fronten. Vorbild für diesen Spielfilm waren die Übernahme der Mannesmann durch Vodafone und die VW-Korruptionsaffäre.

Toni Erdmann (Deutschland, 2016)

Winfried, gespielt von Peter Simonischek,  ist 65, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen. Nachdem sein Hund gestorben ist, beschließt er seine Tochter zu besuchen. Ines ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, eine Unternehmensberaterin, die so gar nichts mit den Idealen ihres Vaters zu tun haben will. Tatsächlich können Vater und Tochter nicht unterschiedlicher sein: er, der gefühlvolle, schelmische 68er; sie, die rationale Unternehmensberaterin, die als Frau Ihren Mann stehen muss. Ein Projekt in Rumänien ist für Iris die Chance Karriere zu machen. Vater Winfried sieht jedoch, dass seine Tochter unglücklich ist und versucht sie aus ihrem Businessleben heraus zu holen und greift zu drastischen Mitteln. Aus Winfried wird Toni Erdmann.

 Workingman’s Death – Dokumentarfilm Österreich 2007

Dieser Film ist ein wenig eine Ausnahme in unserer kleinen Serie, aber er ist es absolut wert hier genannt zu werden. Der Dokumentarfilm “Workingman’s Death” des, leider viel zu früh verstorbenen österreichischen Regisseurs Michael Glawogger, zeigt fünf Kapitel über Schwerstarbeit im 21. Jahrhundert – ohne jegliche soziale Absicherung, Arbeitsschutzmaßnahmen oder andere “incentives” – wie es so schön heißt: Kohlenschürfer in der Ukraine, Schwefelbauern in Südostasien, “Fleischer” in Afrika, pakistanische Verschrotter und chinesische Stahlarbeiter. Er zeigt jedoch auch, wie unter den widrigsten Umständen der Mensch zu Höchstleistungen angetrieben werden kann und wie Kollegenschaft sehr schlimme Arbeitsbedingungen nicht nur leichter ertragen lässt, sondern eine absolute Notwendigkeit ist, um den Job unverletzt zu überstehen. Trotz der schonungslosen Darstellung von widrigsten Arbeitsverhältnissen enthält der Dokumentarfilm sehr viel Hoffnung.

 

Hier finden Sie die ersten 5 Filme aus unserer Serie zu den 10-Top-Working-Class-Filmen

“Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.” 10 Top-Working-Class-Filme. Erster Teil…

Ich finde Filme sind nicht nur eine tolle Abwechslung. Sie bieten kurze Momente des Verweilens, der Zerstreuung und können durchaus auch inspirieren. Da “whatelsen.work” ja alle Facetten der Arbeitswelt beleuchten möchte, habe ich mir 10 neuere Film-Produktionen heraus gesucht, die das Thema Arbeitswelt in seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet.  Die Liste ist streng subjektiv. Vom Arbeitskrampf bis zum Arbeitskampf könnte das inoffizielle Motto sein.  Vor allem letzteres ist ja in Österreich eher Neuland. Da lohnt es sich doch einmal einen Blick. Außerdem haben alle Filme etwas gemeinsam: (Lohn)arbeit ist einer der wichtigsten Faktoren für uns Menschen… Hier die ersten 5 Beispiele, die eher – nennen wir es einmal so – “historisch” angelegt sind. Ich freue mich über Kommentare und Hinweise, welche Filme Sie bevorzugen…

 

Pride – Großbritannen, 2014

Es ist das Jahr der großen Minenstreiks in Großbritannien. Margret Thatcher ist 1984 auf dem Höhepunkt ihrer “There is no alternative”-Politik. Eine junge Gruppe von Queer-Aktivist*innen, rund um den schwulen kommunistischen Jugendfunktionär, Mark , beschließt die streikenden Minenarbeiter*innen mit Spenden zu unterstützen. Dieses Unterfangen ist nicht so leicht, denn es muss erst mal eine stolze Gewerkschaftseinheit gefunden werden, die Spenden von Queers annimmt…. Mark und seine Genoss*innen werden in Wales fündig. Der Film ist nicht nur großartig besetzt (Bill Nighy), sondern arbeitet nach dem Schema: Unerwartet kommt oft. Neben der Outing-Story des Hauptfigur “Bromley”, wird gezeigt, dass Solidarität (auch in der Niederlage) mehr bringt, als Einzelkämpfertum. Der Film basiert auf waren Begebenheiten. Außerdem rückt der Film das Thema AIDS noch einmal unaufgeregt in den Vordergrund…

Ganz oder gar nicht… “The Full Monty” – Großbritannien, 1997

Wir bleiben in Großbritannen. Dies ist der älteste Film in unserer kleinen Reihe. Aber einer meiner Favoriten – aufgrund des feinen Humors und der großen Portion Schlitzohrigkeit, die vor allem von der Hauptfigur “Gaz” ausgeht… Aber zum Inhalt. Was tun, wenn man arbeitslos ist? Sechs arbeitslose Stahlarbeiter aus Sheffield gründen in ihrer Verzweiflung eine Men-Strip-Truppe nach dem Vorbild der Chippendales. Dies tun die Männer, die unter anderem von Robert Carlyle und Tom Wilkinson gespielt werden, nicht nur aus Spaß an der Freud. Ganz im Gegenteil: Die Not ist groß, Arbeit ist nicht in Sicht und eine sinnvolle Beschäftigung fehlt zur Gänze. Es ist ein wahres Vergnügen den 6 Herren bei dem Aufbau Ihres Stripprogramms zuzusehen. Sie können nicht tanzen und sind absolute Durchschnittsburschen. Sie haben nur eines: Jede Menge Willen und den Mut aufs Ganze zu gehen… “The full monty” – auf dass die letzten Hüllen fallen.

Kaltes Land – North Country – USA, 2005

Charlize Theron und Francis McDormand im Doppelpack. Dazu noch Sissy Spacek, Sean Bean und Woody Harrelson. Was für ein Cast- und dazu noch eine Geschichte, die Frauenrechte und Gleichberechtigung thematisiert. Aber der Reihe nach: Wir befinden uns in  Minnesota in den 80er Jahren. Der Bundesstaat ist ja eher weniger bekannt für seine blumigen Sommerwiesen und die Café-Latte-Kultur. Josey Aimes fährt nach gescheiterter Ehe mit ihren zwei Kindern zu ihren Eltern. Sie will arbeiten und ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen. Sie beginnt im Bergbau zu arbeiten und erfährt relativ schnell, wie hart es für eine Frau in einer Männerdomäne werden kann.

“Kaltes Land” zeigt nicht nur die Arbeitsbedingungen in den Minen, sondern basiert auf einen Präzedenzfall in der amerikanischen Rechtsprechung. Es geht um das Urteil in der Sache Jenson vs. Eveleth Mines. Das sagt Ihnen vermutlich nichts. Sollte es aber. Es war das erste Mal, dass eine Frau, die sich per Gericht gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wehrte – und das als Berg- und Minenarbeiterin.  1984 gewann sie den bemerkenswerten Gerichtsstreit und erhält eine Entschädigung von 11.000 Doller. Das Unternehmen weigert sic zu zahlen. Es folgt ein langer Gerichtsstreit, den Jenson schlussendlich gewinnt. Lange Zeit bevor meetoo.

La potiche – Das Schmuckstück – Frankreich, 2010

Auch in “La Potice” geht es um starke Frauen. Allerdings kehren wir zu einer Komödie zurück. “Das Schmuckstück”, wie der Film in Deutsch betitelt wurde, ist die zweite Zusammenarbeit zwischen François Ozon (Regie) und der großen Dame des französischen Kinos (Catherine Deneuve). Die Komödie ist im Jahr 1977 angesiedelt.  Der industrielle Pujol (Fabrice Luchini) sieht seine Frau nur als “Beiwagerl” oder “Schmuckstück”. Sie führt den Haushalt, kümmert sich um die Familie und die Küchengeräte, während er sich im Büro mit der Sekretärin vergnügt. Klassische Rollenverteilung, klischeehaft überzeichnet. Doch dann bekommt der “Herr des Hauses” einen Herzanfall. Seine Frau muss übernehmen. Aber nicht nur das… Pujol behandelt seine Fabrik-Arbeiter*innen sehr schlecht. Ein Arbeitskampf steht bevor. Ausgerechnet mit dem Rädelsführer, dem Kommunisten Monsieur Babin (Gérard Depardieu), bringt Madame Suzanne die Firma wieder auf Vordermann oder Vorderfrau. Als literarische Vorlage diente das Bühnenstück Potiche (1980) von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy…. Ozon legt den Film als Komödie an, auch wenn die Thematik sehr ernst ist.

Stürmische Ernte – Dubious Battle (USA, 2016)

Ich finde es spannend, dass dieser Film so gut wie an uns vorbei gegangen ist. Immerhin feierte er bei den Filmfestspielen in Venedig seine Premiere. Auch in Deauville wurde er vorgestellt, genauso wie beim Filmfestival in Toronto. Der Cast des Films ist auf jeden Fall beeindruckend. Nun zur Geschichte:  In Kalifornien zur Zeit der Depression. Wanderarbeiter arbeiten um einen Hungerlohn auf einer Apfelplantage. Zwei junge Aktivisten der Industrial  Workers of the World versuchen die Arbeiter*innen auf einer Plantage zu organisieren und zu einem Streik zu bewegen. Ein Arbeitsunfall wird zum Auslöser. James Franco spielte bei dieser Verfilmung des John Steinbeck-Klassikers nicht nur die Hauptrolle, sondern er war auch für die Regie zuständig.

Hier geht es zum zweiten Teil unserer Serie:

http://whatelsen.work/und-darum-wird-beim-happy-end-im-film-jewoehnlich-abjeblendt-10-top-working-class-filme-zweiter-teil/

Wenn ein Konzern keine Lust mehr auf herkömmliches Recruiting hat…

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. whatelsen.work möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. Nach unserem ersten Beispiel, dem OTTO-Versand, brachten wir Erfahrungen aus der eigenen Praxis und zeigten wie ein Lehrlingscasting funktioniert (ENGIE Austria).
Nun wenden wir uns einem Weltkonzern zu, der sehr ungewöhnliche Wege geht. Die Rede ist von Heineken.

2013 hatte Heineken keine Lust mehr auf die üblichen Fragen bei einem Bewerbungsgespräch. Vor allem war man überzeugt, dass die auszuwählenden Praktikant*innen sehr gut vorbereitet kamen und meist mit den selben vorbereiteten Antworten reagierten. Um unter den 1734 Bewerber*innen den oder die beste Praktikant*in zu finden, ließ sich die bekannte Brauerei etwas einfallen – eigentlich fies, da man mit allen Konventionen eines Vorstellungstermins brach und von den Personalverantwortlichen auch noch ein wenig schauspielerisches Talent verlangte. Das Härteste war jedoch, dass nicht eine kleine Gruppe von eingeweihten Personen entschied, sondern via Social Media von den Heineken-Mitarbeiter*innen die drei besten Bewerber*innen zu einem Champions-League-Spiel bei Sponsorpartner Juventus Turin “gevotet” wurden, um dort die “letzte Hürde” zu überwinden.

Die Bewerber*innen an der Hand nehmen

Das Prinzip des Castings war einfach. Man setzte die Bewerber*innen unter Stress mit realen Situationen. Das begann schon indem die Recruiter*innen die Bewerber*innen an der Hand nahmen (wortwörtlich) und ins Büro führten. Ein inszenierter Schwächeanfall und ein Feueralarm standen dann auch noch auf dem Programm. Die Fragen wurden ebenfalls nach dem Prinzip “unerwartet und stressig” geführt. Das Ergebnis: offene Münder, Verlegenheit und rote Flecken. Damit hatten die Bewerber*innen nicht gerechnet. Der angenehme Nebeneffekt für Heineken. Man verband Marketing, Employer Branding und Recruiting auf perfekte Weise – so gut, dass man einen Bronze Löwen in Cannes für die Kampagne gewann. Aber sehen Sie selbst…

Go places

2016 wagte man erneut einen neuen Weg. Man startete die Kampagne mit einem Werbespot unter dem Motto “Go Places”… Die Kampagne, die von der Agentur Cloudfactory  kreiert wurde, setzte diesmal auf das Prinzip von Alternativfragen im Bereich Social Skills. Man hatte 5 Sekunden oder weniger um eine Alternative auszuwählen. Das Ergebnis war ein persönliches Profil, das die Bewerber*innen  Heineken auf Linkedin zusammen mit dem Lebenslauf zusandten. Der Test, wurde mit Elementen aus dem Werbefilm verbunden und über eine eigene Webseite promotet.  Auch bei “Go Places” stand das Employer Branding kombiniert mit Produktmarketing und Rekrutieren im Vordergrund. Im Film spielten reale Mitarbeiter*innen von Heineken mit, die Fragen waren standardisiert und für alle gleich – und es war eine reine Online-Selektion. Auch hier setzt Heineken Standards. Das Interview ist noch immer online und macht Spaß. Probieren Sie es aus: https://goplaces.theheinekencompany.com/en


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